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Photovoltaik Wärmepumpe kombinieren im Winter

Robert Wilhelm Binder· · 4 Min. Lesezeit

Im Winter liefert das Dach fast nichts, während die Wärmepumpe am meisten zieht. Was die Kombination wirklich deckt, mit ehrlicher Rechnung und Zahlen.

Inhalt dieses Artikels
  1. Warum der Winter alles auf den Kopf stellt
  2. Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren: was am Ende hängen bleibt
  3. Braucht es dafür einen Speicher?
  4. FAQ

Über das Jahr gerechnet deckt deine PV-Anlage nur einen Teil des Stroms, den die Wärmepumpe frisst. Und ausgerechnet dann, wenn die Pumpe am meisten zieht, im tiefsten Januar, liefert das Dach fast nichts. Wer Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren will, sollte deshalb eine Zahl kennen: Ohne Batteriespeicher deckt der Solarstrom typischerweise 20 bis 40 Prozent des Wärmepumpenstroms, mit Speicher 35 bis 55 Prozent (Stand: Juli 2026). Der Rest kommt aus dem Netz.

Das ist kein Argument gegen die Kombi. Es ist eins gegen falsche Erwartungen.

Warum der Winter alles auf den Kopf stellt

Die Wärmepumpe hat ihren größten Hunger im Dezember und Januar. Genau dann steht die Sonne flach, die Tage sind kurz, und deine Anlage produziert einen Bruchteil dessen, was sie im Juni schafft. Grob liefert eine typische Dachanlage im ganzen Winterhalbjahr nur rund ein Fünftel bis ein Viertel ihres Jahresertrags.

Angebot und Bedarf laufen also gegeneinander. Im Sommer hast du Solarstrom im Überfluss, aber kaum Heizlast. Im Winter ist es umgekehrt. Deshalb sinkt dein Autarkiegrad, sobald die Wärmepumpe dazukommt, obwohl du absolut gesehen mehr eigenen Strom nutzt. Klingt paradox, ist aber simpel: Der zusätzliche Verbrauch fällt größtenteils in die Monate, in denen das Dach leer läuft.

Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren: was am Ende hängen bleibt

Rechnen wir es an einem realistischen Fall durch. Sanierter Altbau, Familie mit vier Personen, die Wärmepumpe zieht rund 4.500 kWh Strom im Jahr fürs Heizen und Warmwasser.

Ohne Speicher landen davon vielleicht 25 Prozent direkt vom Dach in der Pumpe, also etwa 1.125 kWh. Jede dieser Kilowattstunden kostet dich als Eigenstrom rund 10 Cent statt der 20 bis 25 Cent im Wärmepumpentarif. Macht bei 15 Cent Differenz grob 170 Euro im Jahr, nur auf den Heizstrom bezogen. Der große Rest der Ersparnis entsteht ohnehin beim normalen Haushaltsstrom, wo du gegen 37 Cent Netzstrom sparst.

Konstellation Anteil Solarstrom an der Wärmepumpe
ohne Batteriespeicher 20 bis 40 %
mit Batteriespeicher 35 bis 55 %

Ehrlich gesagt: Wer erwartet, dass die Sonne die Heizung im Winter geschenkt betreibt, wird enttäuscht. Der Charme der Kombination liegt woanders, nämlich in den Übergangszeiten. März, April, Oktober. Da heizt du noch, und das Dach liefert schon wieder ordentlich. Genau dort sammelst du die meisten günstigen Kilowattstunden ein.

Braucht es dafür einen Speicher?

Ein Speicher hebt den Deckungsgrad spürbar, von grob 20 bis 40 Prozent auf 35 bis 55 Prozent. Er verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend, wenn die Pumpe nachheizt und die Sonne weg ist. Im Sommer bringt das viel, im Dezember fast nichts, weil schlicht kein Überschuss da ist, den man speichern könnte.

Was viele unterschätzen: Den Speicher so groß zu dimensionieren, dass du auch im Winter autark bist, lohnt sich nie. Die Anlage müsste dafür grotesk überbaut werden, und die Batterie stünde elf Monate halb leer. 100 Prozent Autarkie ist technisch machbar und wirtschaftlich Unsinn.

Nicht der Winter entscheidet über die Wirtschaftlichkeit deiner Kombi, sondern die vielen Stunden im Frühjahr und Herbst, in denen Dach und Wärmepumpe gleichzeitig arbeiten.

Der richtige Hebel ist also nicht “so viel Speicher wie möglich”, sondern eine Anlage, die zum tatsächlichen Verbrauch passt. Wie groß PV und Speicher dafür sein sollten, ist eine eigene Rechnung.

FAQ

Kann die PV-Anlage die Wärmepumpe im Winter komplett versorgen? Nein. Im Winterhalbjahr liefert eine typische Dachanlage nur rund ein Fünftel bis ein Viertel ihres Jahresertrags, während die Wärmepumpe dann am meisten braucht. Ganz ohne Netzstrom geht es im Winter praktisch nie.

Wie viel Wärmepumpenstrom deckt die PV übers Jahr wirklich? Ohne Speicher meist 20 bis 40 Prozent, mit Batteriespeicher 35 bis 55 Prozent (Stand: Juli 2026). Der genaue Wert hängt von Dachgröße, Ausrichtung und deinem Verbrauchsprofil ab.

Lohnt sich die Kombination dann überhaupt? Ja, für die meisten Einfamilienhäuser. Eigener Solarstrom kostet rund 8 bis 12 Cent pro kWh, Netzstrom über 37 Cent. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart bares Geld, vor allem in den Übergangsmonaten.

Sinkt mein Autarkiegrad durch die Wärmepumpe? Rechnerisch ja, weil der zusätzliche Verbrauch überwiegend im Winter anfällt. Du nutzt trotzdem absolut mehr eigenen Strom als vorher, nur eben nicht als höheren Prozentsatz.

Wie groß deine PV-Anlage und dein Speicher für eine Wärmepumpe konkret ausfallen sollten, klärt der nächste Teil dieser Serie.

Dieser Beitrag wurde KI-gestuetzt erstellt und redaktionell geprueft.

Häufige Fragen

Kann die PV-Anlage die Wärmepumpe im Winter komplett versorgen?

Nein. Im Winterhalbjahr liefert eine typische Dachanlage nur rund ein Fünftel bis ein Viertel ihres Jahresertrags, während die Wärmepumpe dann am meisten braucht. Ganz ohne Netzstrom geht es im Winter praktisch nie.

Wie viel Wärmepumpenstrom deckt die PV übers Jahr wirklich?

Ohne Speicher meist 20 bis 40 Prozent, mit Batteriespeicher 35 bis 55 Prozent (Stand: Juli 2026). Der genaue Wert hängt von Dachgröße, Ausrichtung und deinem Verbrauchsprofil ab.

Lohnt sich die Kombination dann überhaupt?

Ja, für die meisten Einfamilienhäuser. Eigener Solarstrom kostet rund 8 bis 12 Cent pro kWh, Netzstrom über 37 Cent. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart bares Geld, vor allem in den Übergangsmonaten.

Sinkt mein Autarkiegrad durch die Wärmepumpe?

Rechnerisch ja, weil der zusätzliche Verbrauch überwiegend im Winter anfällt. Du nutzt trotzdem absolut mehr eigenen Strom als vorher, nur eben nicht als höheren Prozentsatz.