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Photovoltaik Speicher lohnt sich? Die Rechnung

Robert Wilhelm Binder· · 3 Min. Lesezeit

Ob sich ein Batteriespeicher rechnet, hängt an einer einzigen Zahl: dem Preis je Kilowattstunde. Wir zeigen die ehrliche Rechnung für 2026, ohne Schönfärberei.

Inhalt dieses Artikels
  1. Der Hebel ist der Strompreis, nicht die Technik
  2. Die ehrliche Rechnung für einen 5-kWh-Speicher
  3. Ab wann sich ein Photovoltaik Speicher lohnt

Ein Photovoltaik Speicher lohnt sich nicht automatisch. Er lohnt sich unter einer einzigen Bedingung: wenn der Preis je Kilowattstunde Kapazität stimmt. Der Rest ist Bauchgefühl. Also rechnen wir es durch, mit den Zahlen von 2026.

Kurz vorweg: Die Photovoltaik-Anlage selbst rechnet sich heute fast immer. Beim Speicher ist es enger. Er verdient sein Geld nur, wenn Sie ihn günstig genug gekauft haben.

Der Hebel ist der Strompreis, nicht die Technik

Der ganze Nutzen eines Speichers steckt in einer einzigen Zahl: der Differenz zwischen dem, was Sie für Netzstrom zahlen, und dem, was Sie für eingespeisten Solarstrom bekommen.

2026 zahlt ein Haushalt im Schnitt rund 37 Cent je Kilowattstunde (BDEW). Für Strom, den Sie einspeisen, gibt es dagegen nur rund 7,9 Cent (Teileinspeisung bis 10 kWp, Stand 2026). Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen statt einzuspeisen, ist also fast fünfmal so viel wert.

Selbst genutzt spart eine Kilowattstunde rund 27 Cent. Eingespeist bringt sie 7,9 Cent. Genau diese Lücke füllt der Speicher.

Ohne Speicher nutzen Sie typisch 25 bis 35 Prozent Ihres Solarstroms selbst. Mit passendem Speicher werden daraus 60 bis 75 Prozent. Er verschiebt Sonnenstrom vom Mittag in den Abend, wenn Waschmaschine, Herd und Fernseher laufen.

Die ehrliche Rechnung für einen 5-kWh-Speicher

Nehmen wir einen Vierpersonenhaushalt mit rund 4.500 Kilowattstunden Verbrauch und einem passend dimensionierten 5-kWh-Speicher. Der schiebt übers Jahr grob 1.250 Kilowattstunden zusätzlich in den Eigenverbrauch. Bei 27 Cent Ersparnis sind das rund 340 Euro im Jahr.

Ob sich das lohnt, hängt jetzt nur noch am Kaufpreis:

Speicher installiert Preis je kWh Ersparnis/Jahr Amortisation
3.000 € 600 €/kWh ~340 € ~9 Jahre
4.000 € 800 €/kWh ~340 € ~12 Jahre
5.000 € 1.000 €/kWh ~340 € ~15 Jahre

Gute Lithium-Speicher (LiFePO4) halten rund 15 Jahre oder etwa 6.000 Ladezyklen. Kostet der Speicher 3.000 Euro, ist er lange vor Schluss bezahlt. Kostet er 5.000 Euro, wird es knapp, dann läuft ihm die Lebensdauer davon.

Daraus folgt die Faustregel, die auch Finanztip nutzt: Unter rund 600 Euro je Kilowattstunde nutzbarer Kapazität rechnet sich der Speicher meist. Darüber wird es Glückssache. 2026 liegen reine Gerätepreise oft bei 270 bis 450 Euro je Kilowattstunde, installiert eher bei 500 bis 800 Euro.

Ein Pluspunkt seit Januar 2023: Auf PV-Anlage, Speicher und Montage fällt für Privathaushalte keine Mehrwertsteuer mehr an. Das senkt den Einstiegspreis spürbar.

Ab wann sich ein Photovoltaik Speicher lohnt

Er zahlt sich vor allem dann aus, wenn diese Punkte zusammenkommen:

  • Jahresverbrauch über rund 4.000 Kilowattstunden
  • viel Verbrauch abends und nachts, wenn die Sonne weg ist
  • zusätzliche Verbraucher wie Wärmepumpe oder E-Auto
  • Kaufpreis unter rund 600 Euro je Kilowattstunde

Weniger sinnvoll ist er bei unter 3.000 Kilowattstunden Verbrauch und einem Haushalt, der tagsüber ohnehin viel Strom zieht. Da bringt schon die Anlage ohne Speicher einen hohen Eigenverbrauch.

Und die Größe? Eine grobe Regel: etwa eine Kilowattstunde Speicher je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Bei 4.500 Kilowattstunden reichen also 4,5 bis 5 Kilowattstunden nutzbare Kapazität. Wer deutlich größer kauft, zahlt für Kapazität, die die meiste Zeit leer steht.

Im nächsten Teil rechnen wir durch, wie groß Ihr Speicher genau sein muss, damit er nicht die halbe Zeit ungenutzt bleibt.

Dieser Beitrag wurde KI-gestuetzt erstellt und redaktionell geprueft.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Photovoltaik Speicher 2026 überhaupt noch?

Ja, wenn der Preis passt. Unter rund 600 Euro je Kilowattstunde Kapazität rechnet sich der Speicher meist innerhalb von etwa 9 Jahren. Darüber wird die Amortisation knapp.

Wie lange hält ein PV-Speicher?

Gute LiFePO4-Speicher halten rund 15 Jahre oder etwa 6.000 Ladezyklen. Damit sich der Kauf lohnt, sollte die Amortisation deutlich darunter liegen.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Faustregel: etwa 1 Kilowattstunde Kapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Bei 4.500 Kilowattstunden reichen 4,5 bis 5 Kilowattstunden. Deutlich größer kaufen lohnt selten.

Gibt es 2026 Förderung für Stromspeicher?

Bundesweite Zuschüsse gibt es aktuell nicht. Es gilt aber 0 Prozent Mehrwertsteuer auf Anlage, Speicher und Montage. Einzelne Länder oder Kommunen fördern teils, das lohnt eine kurze Prüfung vor Ort.

Bringt ein Speicher Notstrom bei Stromausfall?

Nur, wenn er eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion hat. Viele Standardgeräte haben die nicht, das muss man gezielt mitbestellen und im Angebot prüfen.